Die gereichte Hand

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Heute Morgen lese ich das neue Literatur-Sonderheft der ZEIT. Ich will über Bücher lesen – und lande bei meinen Kindern.

Schuld daran sind vier Frauen und ihre Väter.

Natalie Amiri, Minu Barati, Shila Behjat und Düzen Tekkal haben gemeinsam das Buch Unsere Väter geschrieben. In der ZEIT spricht Antonia Baum mit ihnen darüber, was diese Männer ihren Töchtern mitgegeben haben. „Komm schon, Baba!“ heißt das Gespräch. Die vier erzählen liebevoll – und schonen ihre Väter nicht. Gerade deshalb treten diese Männer beim Lesen so lebendig hervor.

Düzen Tekkal soll eine gute und eine schwierige Eigenschaft ihres Vaters nennen. Sie antwortet zweimal dasselbe: seine Selbstlosigkeit. Der Mann fährt mit Herzproblemen ins Krankenhaus – und ruft unterwegs seine Tochter an, weil sie sich dringend um jemand anderen kümmern müsse. Natalie Amiri erzählt von der Großzügigkeit und Gastfreundschaft ihres Vaters. Das Haus stand anderen offen. So weit, dass die eigenen Töchter darin zuweilen aus dem Blick gerieten.

Ich kenne diesen Impuls. Da ist ein Problem, also kümmert man sich darum. Jemand braucht Hilfe, also hilft man. Eine Tür ist verschlossen, also sucht man den Schlüssel. Man schaut einen Menschen an und sieht nicht nur, wer vor einem steht, sondern auch, was möglich wäre. Meine Kinder kennen diesen Blick vermutlich auch.

Später erzählt Natalie Amiri von der Gleichstellung in ihrer Familie. Darüber sei nicht gesprochen worden, ihr Vater habe sie gelebt. Seine Tochter sollte unabhängig sein, eigenes Geld verdienen und keinen Mann brauchen. Er trieb sie so sehr an, dass sie Bindungen mied, die das schnelle Aufbrechen erschwert hätten.

Da muss ich lachen. Denn diesen Satz kenne ich gut: Du sollst frei sein.

Ich habe ihn meinen Kindern in vielen Varianten mitgegeben. Lernt, denkt selbst, widersprecht, verdient euer eigenes Geld, macht euch nicht abhängig. Später sagte ich Ähnliches zu zwei Mädchen in Nepal, deren Pate ich wurde. Freiheit gehörte für mich zu den schönsten Geschenken, die Erwachsene jungen Menschen machen können.

Erst beim Lesen fällt mir das kleine Wort darin auf: sollst.

Zwischen den Welten

Mein Vatersein begann zwischen zwei Kulturen. Ich, junger Deutscher, heiratete eine Malteserin. Unsere Kinder kamen in Deutschland zur Welt, doch Malta gehörte zur Familie. Dort lernte ich eine Gesellschaft kennen, in der katholische Tradition, Familie und Verwandtschaft den Alltag stärker prägten, als ich es kannte. Menschen nahmen mich selbstverständlich auf. Andere ließen mich ebenso selbstverständlich spüren, dass ich nicht von der Insel kam. Familie konnte wärmen – und fordern. Oft lag beides erstaunlich nah beieinander.

Unsere Tochter starb mit neun Jahren. Noch heute komme ich nach diesem Satz nicht einfach zum nächsten. Mit ihr verschwanden die Jahre, die wir für selbstverständlich gehalten hatten. Keine Pubertät, kein Streit über Ausgangszeiten, keine erste Liebe, keine Ausbildung, kein Auszug. Sie konnte sich nicht von ihrem Vater lösen – und ihm Jahre später neu begegnen.

Unsere Ehe zerbrach. Was zwischen zwei Menschen geschieht, die einander liebten, Eltern wurden, ein Kind verloren und sich trennten, lässt sich im Rückblick nicht gerecht in ein paar Sätzen verteilen. Jeder trägt seine Erinnerung an diese Jahre. Jede dieser Erinnerungen verdient Respekt.

Ich suchte weiter nach Familie. Aus einer späteren Beziehung wurden Zwillingstöchter geboren, doch auch diese Beziehung hielt nicht. Wieder lernte ich, dass Vatersein und Paarsein anderen Gesetzen folgen – und dass ein Kind Beziehungen schafft, die bleiben, auch wenn die Erwachsenen längst getrennte Wege gehen.

Später heiratete ich noch einmal und lernte eine andere Art des Zusammenlebens kennen. Weniger mediterrane Geschäftigkeit, mehr Rückzug und Ruhe. Meine jüngste Tochter wurde geboren und wuchs heran. Wenn ich heute auf die Jahrzehnte schaue, erkenne ich vor allem eine beharrliche Bewegung: Ich wollte lieben, Vater sein, dazugehören – und einen Ort finden, an dem Menschen füreinander da sind, ohne einander festzuhalten.

Die Welt sehen – und Menschen begegnen

Mein Berufsleben führte mich weit durch die Welt. Ich arbeitete und reiste in Nordamerika, Südamerika, Europa und Asien. Ich gewöhnte mich daran, dass Menschen dieselben Dinge sehr verschieden betrachten. Doch Reisen allein verändert keinen Blick. Man kann um die halbe Welt fliegen und die eigenen Gewissheiten im Gepäck behalten.

Erst Beziehungen zwingen einen, diese Gewissheiten ernsthaft zu prüfen.

Indien und Nepal gehörten für mich zu solchen Erfahrungen. Dort begegnete ich Religionen, Familien und Vorstellungen vom guten Leben nicht nur als Reisender. Beziehungen entstanden – und blieben. In Nepal übernahm ich Patenschaften für zwei Mädchen.

Auch dort wusste ich schnell, was richtig war. Die Mädchen sollten zur Schule gehen, einen Beruf lernen, eigenes Geld verdienen. Später sollten sie selbst entscheiden, mit wem sie leben. Keine Frau sollte bei einem gewalttätigen Mann bleiben müssen, weil ihr ohne ihn das Geld fehlt.

Daran zweifle ich bis heute nicht. Ich zweifle inzwischen an etwas anderem: daran, dass ich deshalb auch wissen müsste, wie ein freies Leben für einen anderen Menschen aussieht. Ein eigenes Einkommen schafft Möglichkeiten. Es schreibt nicht vor, wie jemand sie nutzt. Ein Mensch kann selbstständig sein und sich nach Bindung sehnen. Er kann für andere sorgen und selbst Hilfe annehmen. Er kann bleiben, obwohl er gehen könnte.

Vielleicht beginnt Freiheit genau dort.

Die Wege der Kinder

Meine Kinder sind längst erwachsen. Meine Söhne gehen ihre Wege und brauchen mich offenbar wenig. Manchmal empfinde ich ihre Distanz als Ablehnung. Dann merke ich, dass ich gerade ihre Geschichte erzähle, ohne sie gefragt zu haben. Zum Vatersein im Alter gehört wohl auch, eine unbeantwortete Nachricht stehen zu lassen – und nicht zu wissen, was sie bedeutet.

Meine Zwillingstöchter kamen am selben Tag zur Welt und gehen längst sehr verschiedene Wege. Ich sehe, wie jede auf ihre Weise mit Nähe, Familie und Vergangenheit lebt. Nicht alles davon verstehe ich. Ich muss es auch nicht. Manchmal erscheint eine Nachricht auf meinem Telefon, ein Gespräch beginnt, und etwas, das eben noch weit entfernt schien, rückt wieder näher.

Meine jüngste Tochter studiert und probiert die Welt aus. Sie übernimmt Gedanken, prüft Haltungen, verwirft manches wieder. Darin erkenne ich Einflüsse ihrer Mutter, manchmal mich – und immer häufiger etwas ganz Eigenes. Früher hätte ich wissen wollen, wohin dieser Weg führt. Heute gefällt mir besser, dass ich es nicht weiß.

Wenn die Welt verstummt

Dann ging ich in den Ruhestand. Fast fünfzig Jahre Beruf, zuletzt neun Jahre Verantwortung für eine Schule – und plötzlich wollte morgens niemand eine Entscheidung von mir. Kein Mitarbeiter an der Tür, kein Anruf von Eltern, kein Problem, das gelöst werden wollte. Es wurde still. Und ich entdeckte etwas, das banal klingt und mein Leben doch veränderte: Die Welt verstummt, wenn ich nicht hinausgehe.

In dieser Zeit begegnete ich auch einem Menschen neu, den ich seit vielen Jahren zu kennen glaubte. Eines der beiden nepalesischen Mädchen war inzwischen eine junge Frau geworden. Tatsächlich hatte ich bis dahin vor allem ihre Geschichte gekannt: Nepal, Dalit, also Angehörige einer bis heute diskriminierten Gruppe, schwierige Familienverhältnisse, Gewalt, wenig Geld, Schule, Ausbildung.

Aus solchen Stichworten lässt sich eine wirkungsvolle Geschichte bauen. Ein Mädchen aus Nepal bekommt durch einen europäischen Paten Chancen, die ihm sonst vielleicht verschlossen geblieben wären. Der eine hilft, die andere wird gerettet – und schon sind die Rollen verteilt.

Je näher wir uns kamen, desto weniger stimmte diese Geschichte.

Vor mir stand kein „Patenkind“ mehr, sondern eine junge Frau, die arbeiten und lernen wollte, sich verliebte, zweifelte, Pläne machte und wieder verwarf, mal entschlossen vorausging und an anderen Tagen Angst vor dem nächsten Schritt bekam. Sie vertraute mir – und widersprach mir. Sie hatte eigene Vorstellungen von Liebe, Familie, Sicherheit. Einige verstand ich sofort, andere bis heute nicht.

Was sie für mich ist, lässt sich nicht mit einem einzigen Wort beantworten. Patentochter? Tochter? Partnerin? Wer uns betrachtet, findet darauf schnell eine Antwort – und meist passt diese Antwort erstaunlich gut zur eigenen Vorstellung davon, wie Beziehungen auszusehen haben. Mir genügt inzwischen etwas Einfacheres: Sie ist ein Mensch, der mir sehr nah ist.

Auch unsere Möglichkeiten waren und sind ungleich verteilt. Ich konnte Geld schicken, Reisen bezahlen, Schulen anschreiben, mit Behörden verhandeln. Wer solche Möglichkeiten besitzt, gewinnt leicht auch mehr Einfluss auf die Richtung. Deshalb versuche ich heute genauer zu unterscheiden: Ich kann eine Tür öffnen, aber ich sollte nicht bestimmen, ob ein anderer Mensch hindurchgeht.

Gerade sitze ich wieder auf Malta. Ich kümmere mich um Hochschule, Visum, Wohnung, Konto, Geld. Sie wartet in Nepal. Wenn alles klappt, wird sie hier studieren. Doch wenn sie eines Tages am Flughafen aus dem Ankunftsbereich kommt, beginnt nicht das Leben, das ich für sie organisiert habe. Es beginnt ihres.

Vier Töchter und ihre Väter

Vielleicht sehe ich deshalb beim Lesen des ZEIT-Gesprächs etwas von dieser jungen Frau in allen vier Töchtern. Nicht weil ihre Biografien einander gleichen, sondern weil sie sich weigern, ihre Väter – und sich selbst – auf Herkunft und Opferrollen zu reduzieren. Die vier erzählen, was ihre Väter ihnen schenkten, und verschweigen nicht, was sie an ihnen störte. Dankbarkeit und Kritik dürfen nebeneinanderstehen. Sie lieben diese Männer – und überlassen ihnen trotzdem nicht die Deutung ihres eigenen Lebens.

Das wünsche ich meinen Kindern auch. Vielleicht werden sie eines Tages sagen, ihr Vater habe ihnen etwas zugetraut – und gleich darauf erzählen, dass er sich einmischte, zu schnell Lösungen suchte oder schon den nächsten Schritt plante, während sie noch beim vorherigen standen. Vielleicht werde ich zuhören und denken: So war das doch gar nicht. Dann möchte ich mich erinnern, dass es für mein Kind trotzdem genau so gewesen sein kann.

Natalie Amiri erzählt von einer großen journalistischen Auszeichnung. Am Tisch reagierte ihr Vater nicht mit dem erwarteten Lob. Früher hätte sie das verletzt. Erst später fragte sie nach und verstand seine Logik: Er wollte möglichen Neid von seiner Tochter fernhalten. Was bei ihm als Schutz begann, kam bei ihr als Kränkung an. Erst das Gespräch verband beides.

Auch darin erkenne ich mich. Wer ständig Möglichkeiten sieht, steht leicht schon im nächsten Raum, während der andere noch im jetzigen steht. Ich habe oft gefragt, was aus einem Menschen werden könnte. Vielleicht hätte ich öfter einfach anschauen sollen, wer gerade vor mir steht.

Die Hand

Am Ende des Gesprächs fragt Antonia Baum, wie Anerkennung aussehen könnte. Nach all den großen Themen – Migration, Leistung, Feminismus, Diskriminierung und Deutschland – antwortet Natalie Amiri mit einem kleinen Bild. Es gehe um das Gefühl, dass einem die Hand gereicht werde, dass man dazugehöre und eingeladen sei. Nicht, weil man der Ausländer sei, an den nun auch einmal gedacht werden müsse, sondern um seiner selbst willen.

Seitdem begleitet mich diese Hand.

Der Mensch, der mir in Nepal so nahegekommen ist, sagt manchmal, dass sie später für mich sorgen möchte, wenn ich alt bin. Ich möchte daraus kein Versprechen machen, das sie eines Tages einlösen muss. Kein Mensch, den ich liebe, schuldet mir Fürsorge. Mich berührt die Bewegung darin: Viele Jahre wollte ich ihr eine Hand reichen – und nun hält sie mir ihre hin.

Bei meinen Kindern zeigt sich diese Hand anders. Sie steckt in einer Nachricht, einem Anruf, einem Besuch oder in einem Gespräch, das nach längerer Stille wieder beginnt. Sie kann auch darin liegen, einander Abstand zu lassen und trotzdem zu wissen, dass der andere da ist. Nähe misst sich nicht daran, wie oft das Telefon klingelt.

Meine Tochter, die nur neun Jahre leben durfte, konnte mir diese erwachsene Hand nie reichen. Vielleicht denke ich gerade deshalb bei den anderen so oft darüber nach. Solange wir leben, ist eine Beziehung nicht fertig. Menschen entfernen sich, verändern sich, sehen ihre Eltern anders – und manchmal auch wieder neu.

Ich bin Deutscher – und fühle mich den vier Vätern im ZEIT-Gespräch doch merkwürdig nah. Mein Leben führte mich seit der Jugend durch Länder und Kulturen. All diese Erfahrungen mischten sich in mein Vatersein: verschiedene Vorstellungen von Ehe und Familie, von Freiheit und Verpflichtung – dazu meine eigene, lebenslange Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Wie diese Männer wollte ich helfen, antreiben, Türen öffnen, meinen Kindern Flügel geben. Erst spät merke ich, dass Fürsorge auch Gewicht haben kann.

Heute wünsche ich meinen Kindern noch immer Freiheit, nur verstehe ich darunter nicht mehr dasselbe. Sie dürfen lieben und sich lösen, bleiben und aufbrechen, Hilfe annehmen und ablehnen. Sie dürfen Familie suchen – oder anders leben, als ich es mir vorgestellt habe. Sie dürfen meine Gedanken übernehmen, ihnen widersprechen und sie später wieder wegwerfen.

Ich muss ihnen nicht sagen, wohin sie gehen sollen. Ich möchte ihnen auch nicht erklären, ob sie mich brauchen dürfen oder nicht. Das Bild aus dem Gespräch gefällt mir besser: Ich halte meine Hand hin. Wenn eines meiner Kinder sie nimmt, freue ich mich. Wenn es sie gerade nicht braucht, bleibt sie trotzdem da. Und wenn mir einer der Menschen, die ich liebe, seine Hand reicht, möchte ich sie annehmen – ohne daraus einen Anspruch für morgen zu machen.

Freiheit ohne Zugehörigkeit kann einsam werden, Zugehörigkeit ohne Freiheit eng. Vielleicht suche ich seit vielen Jahren genau den Raum dazwischen: einen Ort, an dem jeder seinen Weg gehen darf und trotzdem weiß, wo eine Hand auf ihn wartet.

Nicht wegen seiner Leistung, nicht aus Pflicht und nicht, weil Familie das eben so macht, sondern um seiner selbst willen.

Und wenn ich mir etwas wünschen darf, dann auch dies: dass mir die Menschen, die ich liebe, hin und wieder ihre Hand reichen – um meinetwillen.


English version below


The Outstretched Hand

This morning, I am reading ZEIT’s new special issue on literature. I want to read about books – and end up thinking about my children.

Four women and their fathers are to blame.

Natalie Amiri, Minu Barati, Shila Behjat and Düzen Tekkal have written a book together, Unsere Väter – Our Fathers. In ZEIT, Antonia Baum talks to them about what these men passed on to their daughters. The interview is called “Come on, Baba!” The four women speak about their fathers with affection, but they do not spare them. That is precisely what makes these men come alive on the page.

Düzen Tekkal is asked to name one good and one difficult quality in her father. She gives the same answer twice: his selflessness. The man is on his way to hospital with heart problems – and calls his daughter on the way because he urgently wants her to take care of someone else. Natalie Amiri talks about her father’s generosity and hospitality. His home was always open to others, sometimes so open that his own daughters disappeared from view.

I know that impulse. There is a problem, so you deal with it. Someone needs help, so you help. A door is locked, so you look for the key. You look at another person and see not only who is standing in front of you, but also what might be possible. My children probably know that look too.

Later, Natalie Amiri talks about equality in her family. They did not discuss it, she says; her father simply lived it. His daughter was expected to be independent, earn her own money and have no need to rely on a man. He pushed her towards independence so strongly that she avoided relationships that would have made it difficult to leave quickly.

That makes me laugh, because I know that sentence well: You should be free.

I have given my children that message in many forms. Learn. Think for yourselves. Disagree. Earn your own money. Do not make yourselves dependent on others. Later, I said similar things to two girls in Nepal whose sponsor and godfather I became. To me, freedom was one of the greatest gifts an adult could give a young person.

Only while reading the interview do I notice the little word hidden inside that sentence: should.

Between worlds

I became a father between two cultures. As a young German, I married a Maltese woman. Our children were born in Germany, but Malta was part of our family. There I came to know a society in which Catholic tradition, family and extended family shaped everyday life more strongly than I was used to. Some people welcomed me without hesitation. Others made it equally clear that I was not from the island. Family could offer warmth – and make demands. The two often lay surprisingly close together.

Our daughter died when she was nine. Even today, I cannot simply move from that sentence to the next. With her disappeared all the years we had taken for granted. No adolescence, no arguments about when to come home, no first love, no education or training, no moving out. She never had the chance to break away from her father – and meet him again years later as an adult.

Our marriage ended. What happens between two people who loved each other, became parents, lost a child and eventually separated cannot be fairly divided into a few sentences in retrospect. Each of us carries our own memories of those years. Each of those memories deserves respect.

I continued searching for family. A later relationship brought twin daughters into my life, but that relationship did not last either. Once again, I learned that being a father and being a partner follow different rules – and that a child creates bonds that remain even when the adults have long since gone their separate ways.

Later, I married again and discovered another way of living together. Less Mediterranean bustle, more retreat and quiet. My youngest daughter was born and grew up. Looking back over those decades, I see above all one persistent movement: I wanted to love, to be a father, to belong – and to find a place where people could be there for one another without holding one another captive.

Seeing the world – and meeting people

My professional life took me far around the world. I worked and travelled in North America, South America, Europe and Asia. I grew used to seeing how differently people can look at the same things. But travel alone does not change the way we see. We can fly halfway around the world and carry all our certainties with us in our luggage.

Only relationships force us to seriously question those certainties.

India and Nepal became experiences of that kind for me. There, I encountered religions, families and ideas about a good life not simply as a traveller. Relationships grew – and remained. In Nepal, I became sponsor and godfather to two girls.

Once again, I quickly knew what was right. The girls should go to school, learn a profession and earn their own money. Later, they should decide for themselves whom they wanted to live with. No woman should have to stay with a violent man because she could not afford to leave him.

I still do not doubt that. What I have begun to doubt is something else: whether that means I also know what a free life should look like for another person. Having your own income creates possibilities. It does not dictate how you should use them. A person can be independent and still long for commitment. They can care for others and accept help themselves. They can stay even though they are free to leave.

Perhaps that is where freedom begins.

The paths our children take

My children have long since grown up. My sons are making their own way and seem to need me very little. Sometimes I experience their distance as rejection. Then I realise that I am telling their story without having asked them. Perhaps growing older as a father also means learning to leave an unanswered message unanswered – and not knowing what it means.

My twin daughters were born on the same day and have long since taken very different paths. I see each of them finding her own way through closeness, family and the past. I do not understand everything. Nor do I need to. Sometimes a message appears on my phone, a conversation begins, and something that seemed far away a moment ago moves closer again.

My youngest daughter is studying and trying out the world. She takes on ideas, tests attitudes and lets some of them go again. I recognise influences from her mother, sometimes from me – and increasingly something entirely her own. In the past, I would have wanted to know where that road was leading. Today, I prefer not knowing.

When the world falls silent

Then I retired. Almost fifty years of working life, the final nine with responsibility for a school – and suddenly nobody wanted a decision from me in the morning. No colleague at the door, no call from a parent, no problem waiting to be solved. It became quiet. And I discovered something that sounds obvious but changed my life: The world falls silent if I do not go out into it.

During that time, I also encountered someone anew whom I had thought I had known for many years. One of the two Nepalese girls had become a young woman. Until then, I had mainly known her story: Nepal, Dalit – a member of a community that still faces discrimination – difficult family circumstances, violence, little money, school, education.

Those facts can easily be turned into a powerful story. A girl in Nepal is given opportunities by a European sponsor that might otherwise have remained closed to her. One person helps, the other is rescued – and the roles are already assigned.

The closer we became, the less that story held true.

The person in front of me was no longer a “sponsored child”, but a young woman who wanted to work and learn, who fell in love, doubted, made plans and abandoned them, who sometimes moved forward with determination and on other days was afraid of the next step. She trusted me – and disagreed with me. She had her own ideas about love, family and security. I understood some immediately. Others I still do not.

What she is to me cannot be captured in a single word. Goddaughter? Daughter? Partner? People who look at us tend to find an answer quickly – and that answer usually fits remarkably well with their own idea of what relationships are supposed to look like. These days, something simpler is enough for me: she is a person who is very close to me.

The possibilities available to us have never been equal, and they still are not. I could send money, pay for travel, write to schools and negotiate with authorities. Anyone with those possibilities can easily gain more influence over the direction a life takes. So today I try to make a clearer distinction: I can open a door, but I should not decide whether another person walks through it.

Right now, I am back in Malta. I am dealing with college, visa, accommodation, bank account and money. She is waiting in Nepal. If all goes well, she will study here. But when she eventually walks through the arrivals gate at the airport, the life I have organised for her will not begin.

Hers will.

Four daughters and their fathers

Perhaps that is why, while reading the ZEIT interview, I see something of this young woman in all four daughters. Not because their biographies are alike, but because they refuse to reduce their fathers – or themselves – to their origins or to the role of victim. The four women talk about what their fathers gave them without hiding what troubled them. Gratitude and criticism are allowed to stand side by side. They love these men – and still do not allow them to define their lives.

That is what I want for my children too. Perhaps one day they will say that their father believed in them – and then immediately add that he interfered, looked for solutions too quickly or was already planning the next step while they were still dealing with the one before it. Perhaps I will listen and think: That is not how it was at all. Then I hope I will remember that, for my child, it may have been exactly that way.

Natalie Amiri talks about receiving a major journalism award. At the table, her father did not respond with the praise she had expected. In the past, that would have hurt her. Only later did she ask him about it and understand his reasoning: he had wanted to protect his daughter from other people’s envy. What began as protection for him reached her as hurt. Only their conversation connected the two.

I recognise myself in that too. If you are always looking for possibilities, you can easily find yourself standing in the next room while the other person is still in this one. I have often asked what someone might become. Perhaps I should more often simply have looked at the person standing in front of me.

The hand

At the end of the interview, Antonia Baum asks what recognition might look like. After all the big subjects – migration, achievement, feminism, discrimination and Germany – Natalie Amiri answers with a small image. It is the feeling of someone reaching out a hand to you, of belonging, of being invited in. Not because you are the foreigner whom somebody has finally remembered to include, but simply because of who you are.

That hand has stayed with me ever since.

The person who has become so close to me in Nepal sometimes says that she wants to care for me when I am old. I do not want to turn that into a promise she must one day keep. Nobody I love owes me care. What touches me is the movement within it: for many years I wanted to reach out my hand to her – and now she is holding out hers to me.

With my children, that hand takes other forms. It can be a message, a phone call, a visit or a conversation that begins again after a long silence. It can also mean giving each other space while still knowing that the other person is there. Closeness cannot be measured by how often the phone rings.

My daughter who lived for only nine years could never reach out that adult hand to me. Perhaps that is why I think about it so often with the others. As long as we are alive, a relationship is never finished. People move apart, change, see their parents differently – and sometimes see them anew.

I am German, yet I feel strangely close to the four fathers in the ZEIT interview. Since my youth, my life has taken me through countries and cultures. All those experiences have found their way into the way I am a father: different ideas about marriage and family, freedom and obligation – alongside my own lifelong longing to belong. Like those men, I wanted to help, encourage, open doors and give my children wings. Only late in life am I beginning to understand that care can also have weight.

I still wish freedom for my children, but I no longer mean quite the same thing by it. They are free to love and to let go, to stay and to leave, to accept help and to refuse it. They may seek family – or live differently from the life I once imagined for them. They may take on my ideas, disagree with them and later discard them altogether.

I do not need to tell them where to go. Nor do I want to tell them whether they are allowed to need me. I prefer the image from the interview: I hold out my hand. If one of my children takes it, I am glad. If they do not need it at the moment, it remains there. And when someone I love reaches out a hand to me, I want to take it – without turning that gesture today into a claim on tomorrow.

Freedom without belonging can become lonely; belonging without freedom can become suffocating. Perhaps I have spent many years searching for the space between the two: a place where everyone is free to follow their own path and still knows where a hand is waiting for them.

Not because of what they have achieved, not out of duty, and not because that is simply what families are supposed to do, but simply because of who they are.

And if I may wish for something in return, it is this: that from time to time, the people I love will reach out their hand to me – simply because of who I am.