Nepal zwischen den Zäunen
Ein Freund aus Kathmandu schrieb mir nach meinem letzten Blogpost: „AI and cyber attacks don’t have borders.“ Dann griff er meine Frage auf: Brauchen wir Zäune – oder Tore?
Während ich darüber nachdenke, erreichen mich die Nachrichten aus Nepal.
Wasser, Schlamm, Eis und Fels rasen durch Täler. Menschen sterben. Straßen und Brücken brechen weg. Geologen und Behörden versuchen zu verstehen, was genau die Katastrophe ausgelöst hat.
Eines steht schon fest:
Die Katastrophe hat an keiner Grenze angehalten.
Nicht nur KI und Cyberangriffe kennen keine Grenzen.
Die Natur kennt sie auch nicht.
Auch Nepal musste erst Nepal werden
Wir betrachten Staaten auf Landkarten gern so, als hätte es sie schon immer gegeben.
Das stimmt weder für Deutschland noch für Nepal.
Im 18. Jahrhundert bestand das heutige Nepal aus zahlreichen Königreichen und Fürstentümern. Prithvi Narayan Shah begann von Gorkha aus, sie zu vereinen. 1768 eroberte er das Kathmandu-Tal.
Aus vielen politischen Räumen entstand Nepal.
Deutschland erlebte rund hundert Jahre später etwas Ähnliches. Preußen, Bayern, Sachsen und andere Staaten wurden 1871 Teil eines deutschen Nationalstaates.
Damit entstand in beiden Ländern dieselbe schwierige Aufgabe:
Aus vielen kleinen „Wirs“ musste ein größeres Wir werden.
Die Yamswurzel zwischen zwei Felsen
Für Nepal kam eine weitere Aufgabe hinzu.
Prithvi Narayan Shah beschrieb das Land als eine Yamswurzel zwischen zwei Felsen.
Heute heißen diese Felsen Indien und China.
Das Bild passt noch immer.
Nepal braucht beide Nachbarn. Handel, Energie, Verkehrswege, Arbeit und Migration verbinden das Land besonders eng mit Indien. China gewinnt wirtschaftlich und geopolitisch an Bedeutung.
Die Frage „Auf wessen Seite steht Nepal?“ führt deshalb in die Irre.
Kluger wäre:
Wie kann Nepal mit beiden verbunden bleiben, ohne sich selbst aufzugeben?
Ein kleines Land braucht Grenzen.
Aber es braucht ebenso dringend Tore.
Manche Zäune stehen mitten in Nepal
Nepal wurde ein Staat.
Aber seine Menschen wurden dadurch nicht gleich.
Das Land vereint zahlreiche Sprachen, Ethnien, Religionen und kulturelle Traditionen. Newar, Tamang, Madhesi, Tharu, Gurung, Magar, Sherpa und viele andere leben innerhalb derselben Staatsgrenze.
Und dann ist da die Kaste.
Eine Staatsgrenze sagt:
Wir sind Nepalesen.
Eine gesellschaftliche Grenze kann gleichzeitig sagen:
Aber du gehörst nicht ganz dazu.
Das Gesetz verbietet Diskriminierung aufgrund von Kaste und Unberührbarkeit. Trotzdem verschwinden gesellschaftliche Grenzen nicht in dem Moment, in dem ein Parlament sie verbietet.
Nicht jeder Zaun steht zwischen Staaten.
Manche der höchsten stehen in unseren Köpfen.
Die Erde kennt Nepal nicht
Nepal liegt dort, wo die indische Erdplatte gegen die eurasische drückt.
Die Platten kennen kein Nepal.
Und kein China.
Beim Erdbeben von 2015 starben fast 9.000 Menschen. Die Erschütterungen reichten weit über Nepal hinaus.
Auch Wasser respektiert keine Grenzpfähle.
Monsunregen lässt Flüsse anschwellen und Hänge abrutschen. Ein Erdrutsch kann einen Fluss blockieren. Bricht die Barriere, rast das Wasser weiter ins Tal.
Aus einem lokalen Ereignis wird ein Problem für Menschen, die hundert Kilometer entfernt leben können.
Nun stellen wir uns ein Dorf an einem Fluss vor.
Hoch oben, jenseits der Staatsgrenze, steigt der Pegel gefährlich. Eine Messstation erkennt die Gefahr.
Jetzt entscheidet etwas sehr Einfaches über Leben und Tod:
Ist die Warnung schneller an der Grenze als das Wasser?
Und darf sie dort einfach weiter?
Genau dafür brauchen Grenzen Tore.
Gletscher schrumpfen
Über den Katastrophen unserer Tage wächst ein langsameres Problem.
Der Hindu-Kusch-Himalaya besitzt nach Arktis und Antarktis die größten Eisreserven der Erde.
Dieser Speicher schrumpft.
Zwischen 1990 und 2020 verloren die Gletscher der Region rund zwölf Prozent ihrer Fläche und neun Prozent ihres Eisvolumens. Seit 2000 hat sich der Eisverlust ungefähr verdoppelt.
Das bedeutet nicht, dass Nepal irgendwann einfach zur Wüste wird.
Die Wirklichkeit ist komplizierter – und gerade deshalb beunruhigend.
Gletscher und Schnee speichern Wasser und geben es über das Jahr wieder ab. Der Monsun liefert einen großen Teil des Wassers. Quellen und Grundwasser hängen zusätzlich von Niederschlag, Boden und Geologie ab.
Wenn sich dieses System verändert, verschwindet Wasser nicht einfach.
Es verändert Zeit und Ort.
Erst zu viel. Dann zu wenig.
Mehr Schmelzwasser kann zunächst Flüsse anschwellen lassen. Gletscherseen wachsen. Eis, Fels und Hänge werden instabiler.
Später fehlt ein Teil des gespeicherten Eises.
Dann kann gerade in trockenen Monaten Wasser fehlen. Quellen können schwächer werden. Grundwasser bildet sich mancherorts langsamer neu. Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung und Wasserkraft müssen sich anpassen.
Das eigentliche Problem lautet deshalb nicht:
Nepal hat irgendwann kein Wasser mehr.
Sondern:
Zu viel Wasser zur falschen Zeit. Zu wenig Wasser zur falschen Zeit.
Und das Wasser bleibt nicht in Nepal.
Der Fluss fließt weiter
Die großen Flusssysteme des Himalaya verbinden Länder, die wir auf unseren Landkarten sauber voneinander trennen.
Wasser aus Nepal fließt nach Indien und weiter nach Bangladesch.
Andere Flüsse verbinden China, Bhutan, Indien und Pakistan.
Mehr als zwei Milliarden Menschen leben flussabwärts der Wasser- und Eissysteme des Hindu-Kusch-Himalaya.
Plötzlich bekommt ein schmelzender Gletscher in einem abgelegenen Tal politische Bedeutung weit über dieses Tal hinaus.
Chinesische Messdaten können für ein nepalesisches Dorf wichtig sein.
Nepalesische Flussdaten für Indien.
Indische Wasserpolitik für Bangladesch.
Und CO₂, das irgendwo auf der Erde ausgestoßen wird, wirkt am Ende auch auf den Himalaya.
Unsere politischen Grenzen sind real. Aber sie sind nicht die Grenzen unserer Probleme.
Nepals zweite Revolution steckt in der Hosentasche
Und nun komme ich zurück zu Shiva.
Deutschland erlebte im 19. Jahrhundert seine technische Revolution mit Eisenbahn und Telegraph.
Nepals Revolution steckt heute in der Hosentasche.
Das Smartphone verbindet Kathmandu in Sekunden mit Delhi, Dubai, Seoul, Sydney oder New York.
WhatsApp kennt keine nepalesische Grenze.
TikTok auch nicht.
KI erst recht nicht.
Und, wie Shiva bemerkte:
Cyberangriffe brauchen keinen Pass.
Millionen Nepalesen arbeiten zudem außerhalb ihres Landes. Familien leben über Grenzen hinweg. Geld, Bilder, Wissen, Musik und Erwartungen reisen täglich zwischen Nepal und dem Rest der Welt.
Die Lebenswirklichkeit vieler Nepalesen ist längst international.
Ein schreckliches Wort für eine gute Idee
Und nun landen Erdbeben, Gletscher, Flüsse, Migration, KI und Cyberangriffe tatsächlich bei derselben Frage:
Wer ist verantwortlich?
Dafür gibt es ein schreckliches Wort: Subsidiarität.
Es klingt nicht nach etwas, das man freiwillig auf ein T-Shirt drucken würde.
Die Idee dahinter ist schön:
So nah wie möglich. So weit wie nötig.
Was ein Dorf selbst lösen kann, soll Kathmandu ihm nicht abnehmen.
Was eine Provinz lösen kann, muss nicht die Zentralregierung regeln.
Was Nepal selbst lösen kann, sollen weder Delhi noch Beijing entscheiden.
Aber wenn ein Fluss mehrere Länder verbindet, müssen diese Länder miteinander reden.
Wenn ein Gletschersee Menschen jenseits einer Grenze bedroht, müssen Messdaten die Grenze überschreiten.
Wenn ein Erdbeben eine Region trifft, müssen Wissenschaftler und Rettungsdienste zusammenarbeiten.
Wenn die Gletscher des Himalaya schrumpfen, müssen seine Anrainer gemeinsam handeln.
Und wenn das Weltklima diese Entwicklung antreibt, braucht Nepal die Welt.
Das schwächt Souveränität nicht.
Es macht gemeinsames Handeln möglich.
Und darin liegt meine Hoffnung
Wir Menschen sind ausgesprochen begabt darin, Grenzen zu ziehen.
Grundstücksgrenzen.
Gemeindegrenzen.
Staatsgrenzen.
Religionsgrenzen.
Kastengrenzen.
Gelegentlich schaffen wir sogar Grenzen zwischen Menschen, die vorher gar nicht wussten, dass sie getrennt sein sollten.
Aber wir besitzen eine zweite Begabung.
Wir können Grenzen verändern.
Wir können Daten teilen, Frühwarnsysteme bauen, Wasser speichern, Häuser erdbebensicherer machen und gemeinsam Flüsse schützen.
Wir können Regeln ändern, wenn sie nicht mehr zur Wirklichkeit passen.
Wir können sogar lernen.
Nicht immer sofort.
Wir sind schließlich Menschen.
Aber erstaunlich oft noch rechtzeitig.
Zäune oder Tore?
Shiva brachte mich mit seiner Reaktion auf diese Frage.
Zäune oder Tore?
Inzwischen glaube ich: beides.
Zäune sagen, wofür wir besondere Verantwortung tragen. Tore verhindern, dass wir glauben, unsere Verantwortung ende dort.
Nepal braucht Grenzen, um Nepal zu bleiben.
Es braucht Tore nach Indien, China und in die Welt, um seine Zukunft zu gestalten.
Und innerhalb Nepals dürfen einige Zäune ruhig verschwinden, die niemals jemanden geschützt, sondern nur Menschen voneinander getrennt haben.
Die Erde kennt unsere Grenzen nicht.
Das Wasser kennt sie nicht.
Die Gletscher kennen sie nicht.
Das Klima kennt sie nicht.
Unsere Technologien kennen sie immer weniger.
Wir Menschen kennen Grenzen.
Und vielleicht liegt gerade darin unsere Verantwortung.
Denn wir können nicht nur Zäune bauen.
Wir können Tore hineinbauen.
Und manchmal rettet eine Warnung, die rechtzeitig durch dieses Tor kommt, ein ganzes Dorf.
English version below
Nepal Between Fences
A friend in Kathmandu wrote to me after reading my last blog post: “AI and cyber attacks don’t have borders.” He then picked up on a question I had raised: Do we need fences — or gates?
As I think about his words, news from Nepal keeps coming in.
Water, mud, ice and rock rush through valleys. People die. Roads and bridges collapse. Geologists and authorities are trying to understand exactly what triggered the disaster.
One thing is already clear:
The disaster did not stop at any border.
AI and cyberattacks are not the only things that ignore borders.
Nature does too.
Nepal, Too, Had to Become Nepal
We tend to look at countries on a map as if they had always existed.
Neither Germany nor Nepal did.
In the eighteenth century, what is now Nepal consisted of numerous kingdoms and principalities. From Gorkha, Prithvi Narayan Shah began bringing them under his rule. In 1768, he conquered the Kathmandu Valley.
Many political territories gradually became Nepal.
Germany went through something similar about a century later. Prussia, Bavaria, Saxony and other states became part of a German nation state in 1871.
Both countries then faced the same difficult task:
Many small versions of “us” had to become a larger “us”.
A Yam Between Two Boulders
Nepal faced another challenge.
Prithvi Narayan Shah famously described the country as a yam between two boulders.
Today, those boulders are India and China.
The image still works remarkably well.
Nepal needs both neighbours. Trade, energy, transport, employment and migration connect the country especially closely with India. China, meanwhile, has become increasingly important economically and geopolitically.
So the question “Whose side is Nepal on?” leads us in the wrong direction.
A better question is:
How can Nepal remain connected to both without losing its own independence and agency?
A small country needs borders.
But it needs gates just as urgently.
Some Fences Run Through Nepal Itself
Nepal became one country.
That did not make its people equal.
Nepal contains an extraordinary range of languages, ethnic groups, religions and cultural traditions. Newar, Tamang, Madhesi, Tharu, Gurung, Magar, Sherpa and many others live within the same national borders.
And then there is caste.
A national border can say:
We are Nepali.
A social boundary can say at the same time:
But you do not quite belong.
Nepali law prohibits discrimination based on caste and untouchability. But social boundaries do not disappear the moment a parliament outlaws them.
Not every fence stands between countries.
Some of the highest fences stand in our minds.
The Earth Does Not Know Nepal
Nepal lies where the Indian tectonic plate pushes against the Eurasian plate.
The plates do not know Nepal.
Nor do they know China.
The 2015 earthquake killed almost 9,000 people. Its tremors reached far beyond Nepal.
Water pays equally little attention to border posts.
Monsoon rains swell rivers and send hillsides sliding down. A landslide can block a river. When the natural dam breaks, the water races down the valley.
A local event can become a disaster for people living a hundred kilometres away.
Now imagine a village beside a river.
Far upstream, beyond the national border, the water level rises dangerously. A monitoring station detects the threat.
Suddenly, something very simple can determine who lives and who dies:
Can the warning reach the border before the water does?
And can it pass straight through?
That is exactly why borders need gates.
The Glaciers Are Shrinking
Beyond the disasters making today’s headlines, a slower crisis is unfolding.
The Hindu Kush Himalaya holds the largest reserves of ice on Earth outside the Arctic and Antarctic.
That reservoir is shrinking.
Between 1990 and 2020, glaciers across the region lost around twelve percent of their area and nine percent of their ice volume. Since 2000, the rate of ice loss has roughly doubled.
This does not mean Nepal will simply turn into a desert one day.
Reality is more complicated — and for that reason, perhaps more troubling.
Glaciers and snow store water and release it over time. The monsoon supplies much of Nepal’s water. Springs and groundwater also depend on rainfall, soil and geology.
As this system changes, the water does not simply disappear.
What changes is where and when it is available.
First Too Much. Then Too Little.
More melting can initially swell rivers. Glacial lakes grow. Ice, rock and mountain slopes become less stable.
Later, there is less stored ice left.
Water may then become scarcer precisely during the dry months. Springs may weaken. Groundwater may recharge more slowly in some areas. Agriculture, drinking-water supplies and hydropower will have to adapt.
So the real problem is not:
One day Nepal will have no water.
It is:
Too much water at the wrong time. Too little water at the wrong time.
And the water does not stay in Nepal.
The River Keeps Flowing
The great river systems of the Himalayas connect countries that our maps divide with neat lines.
Water from Nepal flows into India and onward to Bangladesh.
Other rivers connect China, Bhutan, India and Pakistan.
More than two billion people live downstream of the water and ice systems of the Hindu Kush Himalaya.
Suddenly, a melting glacier in a remote mountain valley becomes a political issue far beyond that valley.
Chinese monitoring data may matter to a village in Nepal.
Nepali river data may matter to India.
Indian water policy may matter to Bangladesh.
And CO₂ emitted somewhere else on Earth can ultimately help change a glacier in the Himalayas.
Our political borders are real. But they are not the borders of our problems.
Nepal’s Second Revolution Fits in a Pocket
And this brings me back to Shiva.
Germany experienced its technological revolution in the nineteenth century through railways and the telegraph.
Nepal’s revolution now fits in a pocket.
A smartphone connects Kathmandu with Delhi, Dubai, Seoul, Sydney or New York in seconds.
WhatsApp does not recognise Nepal’s borders.
Neither does TikTok.
AI certainly does not.
And, as Shiva pointed out:
Cyberattacks do not need passports.
Millions of Nepalis also work outside their country. Families live across borders. Money, images, knowledge, music and expectations travel every day between Nepal and the rest of the world.
For many Nepalis, everyday life is already international.
A Terrible Word for a Good Idea
And suddenly earthquakes, glaciers, rivers, migration, AI and cyberattacks all lead us to the same question:
Who is responsible?
There is a terrible word for one possible answer: subsidiarity.
It is not exactly something you would voluntarily print on a T-shirt.
But the idea behind it is beautiful:
As close as possible. As broad as necessary.
What a village can solve by itself should not be taken over by Kathmandu.
What a province can handle does not need to be managed by the central government.
What Nepal can solve on its own should not be decided in Delhi or Beijing.
But when a river connects several countries, those countries need to talk.
When a glacial lake threatens people across a border, monitoring data must cross that border.
When an earthquake hits an entire region, scientists and rescue services need to work together.
When Himalayan glaciers shrink, the countries that share those mountains and rivers need to act together.
And when the global climate drives these changes, Nepal needs the world.
That does not weaken sovereignty.
It makes joint action possible.
And That Is Where I Find Hope
We humans are remarkably talented at drawing boundaries.
Property lines.
Municipal borders.
National borders.
Religious boundaries.
Caste boundaries.
Occasionally, we even manage to create divisions between people who had not previously realised they were supposed to be separate.
But we have another talent too.
We can change boundaries.
We can share data, build early-warning systems, store water, make buildings more earthquake-resistant and protect rivers together.
We can change our rules when they no longer fit reality.
We can even learn.
Not always immediately.
We are human, after all.
But surprisingly often, we learn in time.
Fences or Gates?
Shiva’s reaction brought me back to that question.
Fences or gates?
I now think we need both.
Fences tell us where we carry particular responsibility. Gates stop us from believing that our responsibility ends there.
Nepal needs borders in order to remain Nepal.
It needs gates to India, China and the wider world in order to shape its future.
And within Nepal, some fences could safely disappear — the ones that have never protected anyone, but merely kept people apart.
The Earth does not know our borders.
Water does not know them.
Glaciers do not know them.
The climate does not know them.
Our technologies know them less and less.
We humans do know borders.
And perhaps that is precisely where our responsibility begins.
Because we can do more than build fences.
We can build gates into them.
And sometimes a warning that passes through a gate in time can save an entire village.